Druckausgleich richtig gemacht

  • Unterdruck
  • Trommelfell

Beim Gerätetauchen sowie aber auch bei Apnoetauchern und/oder Freedivern oder einfach bei solchen, die nur mal eben im Schwimmbad abtauchen, muss ein Druckausgleich im Mittelohr hergestellt werden.

Beim Abtauchen mit zunehmendem Umgebungsdruck entsteht ein Unterdruck im Mittelohr durch Volumenverkleinerung. Da das Trommelfell den Gehörgang vom Mittelohr abschließt, kann der Druckausgleich im Mittelohr ausschließlich über die Eustachische Röhre erfolgen.

Der Druckausgleich muss beim Abtauchen aktiv geschehen, d.h. der Taucher muss über ein für ihn ausgesuchte Methode den Druckausgleich vornehmen (z.B. Nase zuhalten und leicht gegen dagegen ausatmen, schlucken, etc.). Der Druckausgleich sollte alle 1-2 Meter, besonders im Flachbereich, da hier eine Verdopplung des Druckes herrscht, vollzogen werden. Auch sollte er mit Bedacht und ohne Kraft ausgeübt werden – sowie am besten nach der halben Ausatmung. D.h. nur noch mit der Restluft und damit mit weniger Kraft/Druck.

Wenn man sieht, dass jemand sich nach der Einatmung die Nase zuhält und dann kräftigst dagegen anatmet, so dass er schon dass Gesicht verzieht, als wenn er auf dem Klo sitzen täte und auf etwas anderes wartet …. dann … ja, dann ist das einfach nicht gut. Mit so viel Gewalt muss und sollte keiner einen Druckausgleich herstellen! Also, so wie es auf dem Foto dargestellt ist, ist es total verkehrt. Das kann jeder sehen!

Wenn jemand schon so viel Gewalt anwenden muss, um seinen Druckausgleich herzustellen, dann kann da was nicht ok sein. Sprich 1. Die Methode ist falsch. 2. Der Druckausgleich wird nicht in ausreichendem Masse hergestellt. 3. Es wird zu schnell abgetaucht, so dass der Druckausgleich gar nicht so schnell vollzogen werden kann. 4. Der zu schnelle Abstieg könnte ein Hinweis auf zu viel Blei sein.

Der Druckausgleich im Ohr ist beim Auftauchen passiv, d.h. es geschieht von selbst und man merkt es nur im Ohr „plöppen“. Nun bitte keinen aktiven Druckausgleich herstellen.

Ein vernünftiger, gemächlicher Druckausgleich sollte rechtzeitig hergestellt werden. Sollte er dennoch nicht funktionieren, dann einfach wieder ein Stückchen flacher gehen und nochmals vorsichtig versuchen. Kein Erfolg? Dann bleibt irgendwann nur noch der Abbruch des Tauchganges.

Wer generell Schwierigkeiten hat, den Druckausgleich herzustellen, sollte auf alle Fälle schauen, dass er immer eine feste Referenz beim Abtauchen hat. Also z.B. an einem Riff mit Sicht auf das Riff abtauchen und nicht den Blick ins Blauwasser richten, denn da wird die Kontrolle schwieriger. In ganz schwierigen Fällen kann derjenige auch so abtauchen, dass nicht mit den Füßen voran abgetaucht wird, sondern in der waagerechten Position ganz langsam peu a peu am Riff tiefer gegangen wird. Sich sozusagen ganz langsam nach unten tauchen. Dann kann man sich die Zeit am Riff schon mit Fische gucken vertreiben, bis das Ohr soweit ist und man dann da ist, wo man hin will.

Auch bei Strömung sollte sich jemand mit Druckausgleichsproblemen nicht stressen lassen. Das geht am besten auch wieder mit einer Referenz zum Riff (also nicht ins Blauwasser schauen!) und unbedingt gegen die Strömung. Damit wird die Position gehalten und auch die Kontrolle der Tiefe kann peu a peu bestimmt werden. Alles andere auch wie oben beschrieben.

Versucht es mal; es funktioniert wirklich gut!

Ein weiteres Thema in unserem Blog wird demnächst an dieses Thema anknüpfen. Also, bleibt dabei!

Eine gute Woche und bis dann,

Eure Zwei ??

unterwasserblog

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