Unterkühlung beim Tauchen (Hypothermie)

Taucher im Gegenlicht

Heute wollen wir wieder über ein weiteres medizinisches Thema berichten: die Unterkühlung beim Tauchen – auch Hypothermie genannt. Wie kann diese vermieden werden und was ist als erste Maßnahme zu tun?

Jeder kennt es wahrscheinlich, dass man bei längeren Tauchgängen oder auch bei schlechtem Wetter oder in kalten Gewässern mit dem Zittern beginnt, d.h. nach und nach auskühlt. Dies sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn die Hypothermie kann lebensbedrohlich werden.

Also zur Vermeidung gilt schon mal vorweg: einen passenden dicken Anzug für das jeweilige Gewässer bzw. lange Tauchgänge tragen. Bei einer leichten Unterkühlung reagiert der Körper mit Muskelzittern. Da liegt die Körpertemperatur um die 36 Grad. Wir beginnen zu zittern, weil der Körper Wärme produzieren will und dies mit Hilfe von Verbrennung der Kohlehydrate. Abhilfe wird schnell durch Entledigen des nassen Anzugs sowie Abtrocknen und einem warmen Getränk geschaffen.

Eine schwere Unterkühlung geht mit einer Bewusstseins-Eintrübung einher, wobei sich auch der Herzschlag verlangsamt, welches bis zum Herzstillstand gehen kann. Der Körper ist so ausgekühlt, dass er nur noch die wichtigsten Teile des Körpers mit Wärme versorgt, d.h. Extremitäten sind kalt. Auch findet kein Muskelzittern mehr statt. Unterhalb von 27 Grad Körperkerntemperatur erfolgt der Stillstand der Vitalfunktionen. Hier wird dann auch nicht mehr von Abhilfe der schweren Unterkühlung gesprochen, sondern von erster Hilfe! Bis ärztliche Hilfe eingetroffen ist, muss permanent Puls und Atmung kontrolliert werden sowie muss der Körper mit Decken warm gehalten werden. Wegen Schockgefahr auf keinen Fall denjenigen unter die heiße Dusche oder in ein heißes Vollbad legen!

Der Grund, dass wir überhaupt beim Tauchen trotz eventuell dickem Anzug unterkühlen ist die höhere Leitfahrigkeit des Wassers. D.h. die Wärme unseres Körpers wird wesentlich schneller vom Körper abgegeben. Dazu kommt, dass Tauchen ein ruhiger Sport ist, so dass man noch schneller unterkühlen kann.

Bei der Gefahr der Unterkühlung darf auf keinen Fall vergessen werden, dass diese noch eine weitere Gefahr birgt: die Dekompressionskrankheit! Aus dem ganz einfachen Grund, dass die Peripherie, also die Extremitäten, weniger gut durchblutet werden (die Wärme wird im Kern des Körpers gehalten) und dadurch wird der angereicherte Stickstoff dort schlechter abgebaut. Zudem findet eine vermehrte Urinproduktion statt, so dass der Körper beginnt, auszutrocknen und das heißt wiederum, dass der angereichert Stickstoff noch schlechter abgebaut wird, da weniger Flüssigkeit zu Verfügung steht.

Das war das medizinische Thema für diesen Blog und wir hoffen, wir konnten Euch mal wieder etwas Neues mitteilen 😉

Bis bald, eure 2 Fragezeichen Bini und Sanne

unterwasserblog

 

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