Vom Vertauchen

Jeder Taucher kennt wahrscheinlich das Gefühl: Man taucht so vor sich hin und auf einmal fragt man sich, wann denn nun endlich der verdammte Riffblock kommt, den der Diveguide so ausführlich erklärt hat. Man taucht ins Blau und der vermeintliche Schatten des ersehnten Riffblocks löst sich sprichwörtlich auf. Aber dort hinten sieht es doch nun wirklich nach einem Erg aus, aber auch hier gibt es beim Näherkommen leider nicht das ersehnte Unterwasser Ziel. Wie es dann so ist, wenn leichte Hektik aufkommt verschlimmert sich die Lage meist. Wenn der Taucher dann auch noch sozusagen hakenschlagend nach dem richtigen Kurs sucht taucht er dann meist entnervt auf um nach dem Boot zu spähen.

Das gleich vorweg: Vertauchen ist keine Schande. Natürlich wird der betroffene Navigations Spezialist meist an Bord dann zumindest von einem Schmunzeln begrüsst und muss sich wahrscheinlich auch den einen oder anderen Rat in Bezug auf Unterwasser Navigationssysteme anhören. Aber etwas Spass muss ja auch sein!

Dabei gibt es ein paar einfache Tips und Tricks um auf Kurs zu bleiben. Da gibt es zuerst natürlich den Kompass. Wer sich nicht mehr so gut mit Indexmarkierung, Peillinie und Nordpfeil auskennt kann sich bestimmt eine kurze Wiederholung vom Tauchlehrer holen.

Doch auch ohne Kompass hilft die sogenannte natürliche Navigation uns den Weg zu finden. Da gibt es erst einmal den Sonnenstand. Je nach Jahreszeit hilft uns der Stand der Sonne uns eine grobe Orientierung auch Unterwasser zu verschaffen. Dann gibt es auch die Wellenbewegung. Man sollte sich einprägen in welche Richtung die Wellen zum Riff oder zum Ziel verlaufen. Dies kann man auch während des Tauchens beobachten. Als weitere Hinweise gibt es dann noch markante Punkte der Unterwasserlandschaft wie seltsam geformte Korallenblöcke oder Steinformationen. Ganz wichtig: Auf dem Hinweg sollte man auch immer mal wieder übern die Schulter schauen und sich einprägen wie der Rückweg ausschaut.

Wenn es dann doch einmal dazu kommt, dass das eigene Navigationssystem „Error“ anzeigt und die innere Stimme leider nicht sagt „Sie haben ihr Ziel erreicht“ ist das Wichtigste: Kein wildes Umhertauchen. Überlegt ruhig ob ihr aus der Summe von Sonnenstand, Wellenbewegung und Unterwasserlandschaft Rückschlüsse auf euren Standort ziehen könnt. Ist das nicht der Fall und die einzige Gewissheit ist, dass ihr euch noch auf dem Planet Erde befindet heisst es auftauchen und sich an der Oberfläche orientieren. Wichtig hier ist, dass ihr nicht im Freiwasser auftaucht sondern möglichst an der Riffwand um Makroaufnahmen von einer Schiffschraube zu vermeiden.

Was waren eure schönsten Navigationserlebnisse?

Ich wünsche euch eine schöne Woche, euer Farid

Farid-im-Wasser

5 Kommentare zu "Vom Vertauchen"

Vertauchen ist wirklich keine Schande. Das ist auch schon dem ein oder anderen Tauchlehrer passiert — habe ich mal irgendwann so munkeln hören 😉

Der schönste „Vertaucher“ war beim UW-Photo-Kurs bei Tiffany. Nach der Graswiese einfach mal noch die Blöcke im N/O betaucht und dann lag der Leo da und zog uns in seinen Bann. Nach ner gefühlten Stunde mit ihm sahen wir uns um und waren im „Nichts“. Auftauchen, Boot peilen und dann auf 3m lospaddeln. War mein längster und schönster Tauchgang

Das ist natürlich ein ganz tolles Erlebnis. Da vertauscht man sich ja gerne einmal 🙂

Nun ja, vielleicht nicht vertaucht, aber wenn man sich den Namen des Bootes nicht merkt,
und auch nicht, wie es aussieht, kann man (vor allem als Anfänger) zwar am richtigen Boot auftauchen, aber dann wird´s kompliziert.
Weil; Neuling , viel Luft weg, die Crew rechnet noch gar nicht mit dir, da guggsde aus´m Wasser,
so kann man schnell zum Schnorchelkönig werden.
Tatsachenbericht vom 26.04.2004 Abu Ramada West, war beim 5. TG nach dem OWD
und 6 Monate Später

Habe danach schnell den AOWD gemacht und navigieren gelernt, (und andere sachen)

Gruß donidiver

Das stimmt, der AOWD Kurs bringt schon etwas. Auch wenn es immer aufregend ist, wenn man zum ersten Mal das Boot alleine wiederfinden soll.

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